Helgoland August 2019

6 Tage Foto/Video-Tour nach Helgoland bei absolutem Kaiserwetter – sicherlich ein Traum für jeden Foto Fan. Deutschlands einzige Hochseeinsel bietet eine phantastische Tierwelt, ein spannendes Inselprofil, eine tolle Küstenlandschaft sowie einen traumhaften Strand auf der Düne.


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Bereits die Überfahrt mit dem Katamaran „Halunder Jet“ der FRS Helgoline (Förde Reederei Seetouristik GmbH & Co. KG) ist ein kleines Erlebnis. Um Zeit zu sparen und es einfach mit der Gepäckverladung zu haben, bin ich ab Cuxhaven übergesetzt und habe das Auto einem der ansässigen Parkservices vertrauensvoll überlassen. Dank einer eingeholten Drehgenehmigung hatte ich auch das Glück, einen Blick in das Cockpit des Kapitäns zu werfen und direkt am Heck die meterhohen Wasserfontänen zu filmen.

Cockpit Halunder Jet der FRS Helgoline

Helgoland befindet sich als Nordseeinsel in der Deutschen Bucht und ist knapp 50km vom Festland entfernt (bei Stankt Peter-Ording). Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Insel in die heutige Hauptinsel und die Nebeninsel mit dem Namen Düne geteilt.

Panoramafoto vom Oberland Richtung Süden (Düne)

Die Hauptinsel, die ca. 1km² groß ist und ein Zuhause für 1500 Menschen bietet, unterteilt sich in das sogenannte Unter- und Oberland. Im Unterland findet man den Hafen sowie nahezu alle öffentlichen Einrichtungen wie das Rathaus, das wunderschöne Helgolandmuseum, Sport- und Freizeiteinrichtungen, die Biologische Anstalt, Hotels, viele Geschäfte und Restaurants. Auch gibt es im Unterland Wohnhäuser, jedoch wohnen die meisten Menschen im Oberland. Das ist quasi das Hochplateau der Insel, welches im Westen durch eine 60 Meter hohe Steilküste begrenzt ist. Auf der Ostseite findet man die zivile Bebauung der Insel – Fußwege, Treppen und ein Fahrstuhl verbinden das Unterland mit dem Oberland. Auf Helgoland sind keine Verkehrsfahrzeuge zugelassen, dazu zählen auch Fahrräder und e-Scooter. Natürlich gibt es Ausnahmegenehmigungen für Bau- und Rettungsfahrzeuge sowie die Feuerwehr. Taxis fahren elektrisch, auch die ansässigen kleinen Transportunternehmen, welche die Inselversorgung übernehmen und auch das Gepäck der Urlaubsgäste bis zur Unterkunft bringen.

Das Unterland ist Dreh- und Angelpunkt für alle touristischen Aktivitäten, Bootsfahrten und Besichtigungstouren ins Oberland. Sind die Tagesgäste mit den Schiffen um die Mittagszeit übergesetzt, ist frohes zollfreies Shoppen angesagt. Im südlichen Teil der Insel findet man massive Uferbefestigungen und Reste der Bebauung aus der Zeit vor und während des 2. Weltkrieges sowie die alte Hafenanlage. 1945 wurde die Insel durch einen massiven Bombenangriff der Briten komplett zerstört und war unbewohnbar geworden. Die Anwohner konnten sich in die Luftschutzbunker retten und überlebten. Kurz darauf fand die Evakuierung der Bevölkerung statt. 2 Jahre später erfolgte die größte bisher stattgefundene nichtnukleare Sprengung der alten Militäranlagen, des U-Boot Bunkers und eines in der Südspitze befindlichen Tunnellabyrinths.

Sprengung der Militäranlagen auf Helgoland 1947 mit ca. 6700 Tonnen Sprengstoff
Quelle: Helgoland Museum

Ein Teil des Oberlandes wurde abgesprengt und es entstand das heutige Mittelland. Hafenanlagen und Küstenschutzmauern hielten stand als auch der zivile Luftschutzbunker, der in Teilen heute noch besichtigt werden kann. Das Ziel der totalen Zerstörung der Insel schlug fehl.


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Das Oberland ist charakteristisch durch seine enge Bebauung mit vielen Wohnhäusern. Auch findet man dort Cafés und Kneipen, einen Friedhof und 2 Kirchen. Ebenfalls ist der Eingang zur Bunkeranlage dort zu finden. Weiter oben ragt ein Funkturm und der bekannte Helgoländer Leuchtturm in die Höhe. Dieser diente zu Kriegszeiten als Flakleitstand und hat heute noch bis zu 3m dicke Wände. Eine große Fläche des Oberlandes ist unbebaut und bietet Weideland für die inseleigenen freilaufenden Schafe sowie seit geraumer Zeit auch für eine kleine Herde Galloway Rinder, quasi die Rasenmäher Helgolands. Ein Rundweg entlang der Steilküste, markiert mit Infotafeln zur Geschichte und anderen Informationen über die Insel, ist ebenfalls ein Ziel der meisten Tagesgäste. Im Westen, wo die Sonne untergeht, findet man auch den berühmten freistehenden Felsen, die Lange Anna. Basttölpel und andere Vogelarten haben die Felsen in Beschlag genommen. Auch wenn man 2 oder 3 Mal die Runde macht, es gibt ständig was Neues zu entdecken.

Einzigartig für Liebhaber und Fotografen ist die Vogelwelt Helgolands. Da man zum Teil den Tieren recht nahekommen kann, existieren außerordentlich gute Beobachtungsbedingungen, ein Schlaraffenland für Ornithologen. Die Bilder sprechen für sich.

Der Nordstrand ist besonders in den Morgenstunden sehenswert. Über 250 Stufen verbinden dort das Oberland mit dem Unterland. Baden ist verboten aufgrund möglicher starken Strömungen und der Verletzungsgefahr wegen scharfkantigen Gegenständen im Wasser. Deutlich sind noch die Stahlträger zu erkennen. Diese waren die ersten Vorbereitungen zur Landgewinnung in der Vorkriegszeit. Hier sollte Deutschlands größte Hafenanlage entstehen, um die Deutsche Flotte zu schützen. Nordwestlich sieht man heute noch große Überreste der damals entstandenen Küstenschutzmauer entlang der Langen Anna. Das Projekt „Hummerschere“ wurde mit Kriegsbeginn 1941 eingestellt.

Planung des Projekts „Hummerschere“ zur Vergrößerung der Insel mit einer Hafenanlage
Quelle: Helgoland Museum

Das Helgoland Museum befindet sich im Nordosten des Unterlands. Hier wurden vor einigen Jahren im Außengelände originalgetreu Hummerbuden errichtet, in denen dem Besucher verschiedene Themen präsentiert werden, wie zum Beispiel die Postgeschichte oder die Seenotrettung. In der angrenzenden Nordseehalle befindet sich der Hauptteil des Museums, der sehr liebevoll eingerichtet ist. Hier werden zeitgeschichtliche Themen und das Leben auf der Insel detailgetreu aufgezeigt. Auch finden hier regelmäßig Ausstellungen und Info-Veranstaltungen statt.


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Auf der Düne, Helgolands Nebeninsel, findet der Besucher die totale Entspannung und Erholung. Übergesetzt wird mit einem Shuttle Service (Mini Katamaran), der ganztägig bis in den späten Abend fährt. Die Düne ist vor allem wegen der besonders schönen Sandstrände bekannt und natürlich den dort lebenden Kegelrobben. Diese haben sich an ihre Umgebung angepasst und teilen sich friedfertig mit den Badegästen den Strand. Ein Abstand von 30 Metern sollte stets gewahrt werden. Entsprechende Hinweisschilder geben darüber Aufschluss. Im inneren der Insel gibt es einen Campingplatz (Zelte sind schon vorhanden) und seit neuster Zeit auch sogenannte Winkelhäuser: ein nordisch gestyltes Einzimmerapartment mit allem drin und mitten in der Düne. Auch Ferienhäuser unterschiedlicher Größe mit Vollausstattung können angemietet werden. Helgolands kleiner Flugplatz befindet sich gleich neben dem Campingplatz. Nach Helgoland verkehrt der Ostfriesische Flugdienst (OFD) mit kleinen Propellermaschinen. Besonders am Wochenende und sofern das Flugwetter stimmt, kommen viele kleine Privatflieger auf die Insel und tanken hoffentlich nicht nur günstig den Sprit, sondern schauen sich auch die wunderschöne Landschaft an. Kreuzt man beim entspannten Inselspaziergang die Landepiste, so muss man schnell den Kopf einziehen oder besser warten, wenn eine Maschine im Anflug ist. Schilder weisen hier auf die evtl. Lebensgefahr hin!

Da quasi vom Oberland ein freier Rundblick in jede Himmelsrichtung gegeben ist, genießt man sowohl Sonnenaufgänge als auch –untergänge. In der Dunkelheit durchschneidet das Leuchtturmlicht den Himmel, welches bis zu 50 Seemeilen weit zu sehen ist.